Löwenzahn wächst fast überall und ist bis zu einer Höhe von 2800 Metern über dem Meer anzutreffen. Seine Wurzeln reichen bis zu 2 Meter in den Boden, was ihn zu einer überaus hartnäckigen und robusten Pflanze macht. Obwohl er als Unkraut geächtet ist, werden vor allem seine weißen Schirmchen als Sujet für Natürlichkeit, Leichtigkeit, sich im Wind treiben lassen etc. benutzt und wecken in uns Kindheitserinnerungen und ein entspanntes Gefühl. Löwenzahn kann aber noch viel mehr. So ist er nicht nur schmackhaft und dekorativ, sondern auch gesund und hat heilende Eigenschaften.

Wo wächst der Löwenzahn

Wie oben bereits erwähnt, wächst der Löwenzahn fast überall, wo die Sonne hinkommt. Der Löwenzahn bevorzugt sonnige Standorte. Vor allem in Wiesen, aber meist auch im eigenen Garten, kann man den Löwenzahn mühelos finden.

Wie sieht der Löwenzahn aus

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) hat mehrere Erscheinungsformen, je nachdem, wann geerntet wird. Im Frühjahr ist er grün und besitzt eine markante Blattform, die an Rucola erinnert. Im Spätfrühling bilden sich dann die charakteristischen gelben Blüten. Im Sommer verwandeln sich diese in die weißen Schirmchen, die dann davon geweht werden und wieder eine grüne Pflanze zurücklassen.

  • Vorkommen: Wiesen, Äcker, lichte Wälder
  • Größe: 10 bis 50 cm
  • Wuchs: aufrecht, krautig
  • Blätter: Rosette, lanzettlich, grob gezähnt
  • Blütezeit: April bis Juni
  • Blüte: Korbblüte, gelb
  • Frucht: Achänenfrüchte, weißlich
  • Samen: kapselförmig, schwarz
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Wirkung: abführend, harntreibend

Wie und was Ernte ich?

Die Erntezeit richtet sich stark nach dem Bedarf. Von März bis Juni werden die jungen Blattrosetten für Salat oder Gemüse geerntet. Dann haben sie eine schöne Bitternote und einen chicoreeartigen Geschmack. In dieser Zeit werden auch die Blütenknospen geerntet, die sich für Sirup, Gewürzblüten oder Desserts eignen. Zwischen April und Juli kann man die Blüten ernten, die sehr dekorativ sind und sich zur Herstellung von Honig oder Tee eignen.

Es ist also wichtig, sich bei der Ernte an die Erntezeiten zu halten, besonders wenn man es auf die gelben Blüten abgesehen hat.

Die Wurzel kann das ganze Jahr über geerntet werden. Sie besitzt eine Schärfe, die ähnlich wie Meerrettich ist, und kann geröstet auch als Kaffeeersatz dienen.

 

 

Für die Ernte sollten Kleidungsstücke getragen werden, bei denen Flecken kein Problem sind, da der milchige Saft und die Blüten der Pflanze stark abfärben und Flecken machen.

Löwenzahn als Heilmittel

Löwenzahn wurde bereits in alten arabischen Medizinschriften empfohlen.

Löwenzahn ist reich an den Vitaminen A, B, C und D sowie den Mineralstoffen Kalium und Kalzium. Die Blätter enthalten zudem Karotinoide, und die Wurzel heilende Pflanzenstoffe. Geschätzt wird Löwenzahn wegen seiner entgiftenden und harntreibenden Wirkung, die vor allem für Blase, Leber und Galle günstig ist.

Rezepte

Der Löwenzahn, die Delikatesse von morgen? Löwenzahn liegt momentan voll im Trend, besonders in der Küche. Die Rezepte für Löwenzahn füllen ganze Kochbücher und sind überall im Internet zu finden. Ob Tee, Honig, Gemüse, Salat, Sirup usw., der Löwenzahn zeigt sich als wahres Multitalent. Ich kann euch nur einen kleinen Einblick in die kulinarische Vielfalt mit Löwenzahn geben, aber ich hoffe, meine kleine kulinarische Reise schmeckt euch.

Löwenzahnsuppe

Zutaten

  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 200 g Sellerie, gerüstet, in kleinen Würfeln
  • 50 g Rollgerste
  • Butter zum Dämpfen
  • 1 l Bouillon
  • 2 dl Halbrahm
  • 1 EL Mehl
  • 50 g Bündnerfleisch, in Würfel oder Streifen
  • 50 g gebleichter oder junger Löwenzahn (vor der Blüte), grob gehackt
  • Salz, Pfeffer
  • 50 g Bergkäse, z.B. Bündner
  • Löwenzahn zum Garnieren
  1. Schalotte, Sellerie und Gerste in der Butter andünsten. Mit Bouillon ablöschen, aufkochen, zugedeckt bei kleiner Hitze 20 Minuten köcheln.
  2. Rahm und Mehl verrühren, unter ständigem Rühren zur Suppe geben, aufkochen. Bündnerfleisch und Löwenzahn beifügen, 5 Minuten mitköcheln, abschmecken.
  3. Suppe in Teller oder Tassen verteilen, mit Käse zum Darüberreiben servieren, garnieren.

Löwenzahnhonig

Zutaten

  • 250g blühende Löwenzahnköpfchen, nur ausgezupfte Blüten- blätter (ergibt ca. 150 g)
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Bio-Zitrone, abgeriebene Schale und 2 EL Saft
  • 600g Zucker
  1. Löwenzahnblättchen abspülen, abtropfen und mit dem Wasser und der Zitronenschale in eine weite Pfanne geben. Ca. 7 Min. aufkochen. v
  2. Pfanne von der Platte nehmen. Zugedeckt ca. 24 Std. ziehen lassen.
  3. Alles durch ein Sieb giessen, Saft zurück in die Pfanne giessen (ergibt ca. 6 dl).
  4. Zitronensaft und Zucker beigeben, unter Rühren einkochen ca. 30 Min. Bis die Masse sirupartig ist.
  5. Honig siedend heiss bis knapp unter den Rand in die sauberen, vorgewärmten Gläser füllen, sofort verschliessen. Gläser mit Schraubdeckel kurz auf den Kopf stellen, auf isolierender Unterlage auskühlen.

Löwenzahnkaffee

Zutaten

  • 10 Löwenzahnwurzeln
  • 1 Priese Zucker
  1. Die Wurzeln sehr gründlich reinigen und in gleich große, etwa 0,5 cm große Stücke schneiden. Auf ein Backblech ausbreiten und einen Tag vortrocknen lassen.
  2. Eventuell im Backofen bei ca. 50° noch einmal vortrocknen und dann ohne Fett in einer Pfanne auf niedriger Temperatur rösten, immer wieder rühren. Mit einer Prise Zucker leicht karamellisieren und dann abkühlen lassen.
  3. Grob mahlen und wie Kaffee mit heißem Wasser aufbrühen.

Mit Milch und Zucker besonders lecker!